Warum werden Kunstströmungen unterschieden?

Man hört im Zusammenhang mit Kunst immer wieder Begriffe wie Expressionismus, Bauhaus, Kinetismus und Kubismus. Auch von Konstruktivismus haben viele schon gehört. All diese Begriffe sollen helfen, eine Ordnung herzustellen und Orientierung zu geben. Seit der Aufklärung versuchte man, künstlerische Stile in ein schlüssiges Schema zu bringen. Die Kriterien der Ordnung haben sich im Verlauf der Moderne vielfach gewandelt. Sortiert wurde etwa nach der Zugehörigkeit zu einer Kultur, nach formalen oder stilistischen Aspekten, nach ideologischen Haltungen, nach Gattungen oder Medien. Und auf diese Weise sind nach und nach die Kunstströmungen entstanden. Die bekanntesten sind wohl Renaissance, Barock oder die Moderne. In der Moderne positionieren sich Künstler mit Manifesten und grenzen sich voneinander ab. Impressionismus, Kubismus, Expressionismus, Konstruktivismus, Bauhaus etc. Die vielen Kunstströmungen sind der Ausdruck eines Ideenwettbewerbs, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts beschleunigt hat.

Kunstströmungen aus Europa

Viele Kunstströmungen haben ihren Ursprung in Europa. Der Expressionismus beispielsweise ist eine europäische Bewegung, die zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auftrat. Im Gegensatz zum Impressionismus, der die Kunst des sinnlichen Eindrucks darstellte, erstrebte der Kunststil eine Kunst des seelischen Ausdrucks an, die als Merkmale eine von subjektiven Gefühlen dominierte Starkfarbigkeit, kräftige Konturen, Ausdruckskraft der Linien und eine abstrahierende Vereinfachung des Gegenständlichen aufweist. Kunstströmungen wie der Expressionismus, aber auch Kinetismus, Kubismus, Bauhaus, Konstruktivismus sowie Schweizer Kunst und internationale Künstlernachlässe sind in der Galerie in Zürich zu entdecken. Erwähnte Kunstströmungen wie der Expressionismus wirkten sich vor allem im Nachbarland Deutschland sehr stark aus. In diesem Land vor allem als Reaktion gegen die akademischen Standards, die in Europa seit der Renaissance vorherrschten, aus. Bilder sollten nicht länger dem ästhetischen Genuss dienen, sondern elementare Erlebnisse der Wirklichkeit so stark und ursprünglich wie möglich zu gestalten suchen. Anregend wirkte die Kunst des Mittelalters mit ihren unrealistischen Figurationen und Farbklängen, sowie die Masken- und Dämonenkunst der Naturvölker.

Kunstströmungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

In den früher 1900er Jahren, von 1907 bis 1915 gehörte zu den wichtigsten Kunstströmungen auch der Kubismus. Der Begriff Kubismus leitet sich von dem lateinischen „cubus“, übersetzt als Würfel, ab. Er behandelt die künstlerische Reduzierung eines Objektes auf geometrische Figuren. Innerhalb dieses Bereiches der Kunstströmungen des Kubismus gibt es zwei Stilrichtungen. Einmal den analytischen Kubismus und den synthetischen Kubismus. Der analytische oder auch frühe Kubismus behandelte hauptsächlich das Zerlegen von Obekten. Dazu wurden geometrische Figuren genutzt, die zusammenpassen und zusammengelegt das Objekt ergeben. Beim analytischen Kubismus wurden die Farben eher gedeckt gehalten, um die Formen nicht zu stark voneinander zu trennen, die gemeinsam ein Objekt bilden. Der synthetische Kubismus ging einen Schritt weiter und benutzte das Zusammenlegen des Objektes auch, um verschiedene Perspektiven ein-und desselben Objektes darzustellen. Es wurden nun auch Objekte gewält , die nicht zusammengehören, aber im Bild ineinanderfließen. Auch farblich wagten die Künstler in dieser Zeit der Kunstströmungen sich weiter vor und brachten nun kräftigere Farben in ihre Bilder. Berühmte Vertreter des Kubimus waren Pablo Picasso, Georges Braque und Juan Gris.

Kunstströmungen nicht immer einer genau zuzuordnen

Viele Kunstströmungen des 20 Jahrhundert lassen sich nicht eindeutig einer bestimten Richtung zuordnen und sind Mischformen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist Marc Chagall. Dennoch muss gesagt sein, dass viele Kunstströmungen gerade das 20. Jahrhundert sehr geprägt haben. Neben den bereits oben erwähnten gehören zu den wichtigsten Kunstströmungen in dieser Zeit noch der Impressionismus und der Jugendstil. Nicht zu vergessen aber gilt auch die Schweizer Kunst. Hier treffen verschiedene Kunstströmungen, angefangen vom Expressionismus bis hin zur Pop art aufeinander. Auch im Bereich Schweizer Kunst können in der Galerie in Zürich interessante Werke betrachtet werden, etwa vom Künstler Cuno Amiet.