Wirkungszeit vom Expressionismus

Zu den wichtigsten Kunstströmungen im 20. Jahrhundert gehört der Expressionismus. Die Wirkungszeit des Expressionismus begann mit dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts und endete kurze Zeit später nach dem 1. Weltkrieg. Die Künstler des Expressionismus sahen ihre Wurzeln im ausgehenden Impressionismus. Ihre wichtigsten Vorreiter waren die Maler Vincent van Gogh, Paul Gaugin und Edvard Munch. Aber auch Künstler wie Wassily Kandinsky, auch für Werke aus Kunstströmungen wie Bauhaus oder Marianne von Werfekin gehören in die Zeit des Expressionismus. Werke dieser Künstler gibt es auch in der Galerie in Zürich zu betrachten. Der norwegische Maler Edvard Munch malte 1890sein berühmtestes Werk “Der Schrei”. Dieses Bild gilt weltweit als das erste expressionistische Bild, auch wenn es noch Jahre vor dem Beginn der expressionistischen Periode entstand. Der Expressionismus war in Deutschland und Frankreich am stärksten ausgeprägt. Zu den wichtigsten Künstlern des Expressionismus gehörten die Maler Henri Matisse, Emil Nolde, Franz Marc, Erich Heckel, August Macke und Ernst Ludwig Kirchner.

Wie hat sich der Expressionismus entwickelt?

Wie viele andere Kunstströmungen gab es auch für den Expressionismus Gründe. Der Expressionismus stellt eine künstlerische Antwort auf die Veränderung in der Gesellschaft durch die zunehmende und alles beherrschende Materialisierung und Industrialisierung dar. Der damit verbundene Protest seitens der Expressionisten, wandte sich gegen das Bürgertum der Wilhelminischen Zeit. Sie suchten einen Ausdruck für eine eigne Individualität. In ihr sollte der Mensch eine Rolle spielte und nicht als ein kleiner Baustein der Ganzheit funktionieren.

Welche Idee steckt hinter dem Expressionismus?

Der Begriff Expressionismus leitet sich vom lateinischen “expressio” (Ausdruck) ab. Expressionismus wird als “Kunst des gesteigerten Ausdrucks” übersetzt. Am vordergründigsten ging es Künstlern des Expressionismus um den unmittelbaren Ausdruck ihrer eignen inneren Gefühle. Gewohnt war man bislang in der Kunst, die rein äußerliche Betrachtung von Gefühlen. Den Impressionismus empfanden die Expressionisten als erstarrt. Sie verstanden den impressionistischen Stil so, dass er nur und zu wenig mit dem subjektiven Ausdruck des Künstlers zu tun hatte. Der impressionistische Ausdruck war den Expressionisten ein zu flüchtig und oberflächlich dargestellter Augenblick. Die Künstler im Zeitalter des Expressionismus wollten den Betrachter ihrer Kunst emotional bewegen und innerlich ansprechen. Die Maler versuchten ihre leidenschaftlichen elementaren Erlebnisse unmittelbar ins Bild umzusetzen. Enttäuschung, Trauer, Freude, Müdigkeit, Schmerz und Angst sind Beispiele für Gefühle und Empfindungen des Malers, sie sollten sich in ihren Bildern widerspiegeln. Durch die spontane Pinselführung der Künstler zeichnet sich der Expressionismus in seinen Werken durch vorwiegend grobe Formen aus. Die dominierenden Farben kontrastieren zu den Formen und werden als unmittelbarer Ausdruck erlebt. Die Wirklichkeit wird nicht naturgetreu wiedergegeben. Es wird eine eigene abstrakte Interpretation der Wirklichkeit konstruiert. Der Expressionismus zeichnet sich in der Malerei durch das verwenden sehr kräftiger Farben aus.

Kritiken an Künstlern des Expressionismus

Die Expressionisten malten bevorzugt Landschaftsbilder, kombiniert mit der einfachen Darstellung von Menschen. Andere beliebte Motive waren Städte, Menschen und Tiere.
Neben Tuschzeichnungen, Plakativer Malerei, Aquarell, Linoleum- und Holzschnitt wurde primär in Öl gemalt. Die Reaktionen des Publikums der damaligen Zeit auf die Expressionisten waren teils stark ablehnend. Vielen Künstlern des Expressionismus wurde von Zeitgenossen ein regelrecht schlampiger Stil vorgeworfen. Edvard Munch beispielsweise erhielt das Feedback, dass man an seinen Bildern gut sehen könne, dass er Menschen gar nicht beobachten und betrachten würde. Anhand seines Bildes “Der Schrei” wurde ihm unterstellt, er hätte einfach drauf los gemalt. Das entsprach durchaus seiner Arbeitsweise, wie auch der vieler anderer Künstler des Expressionismus. Hinzukam aber die Kritik, dass Munch sein Motiv vor dem Malen nicht studiert hätte. Man warf ihm, wie vielen anderen Expressionisten auch, einen Mangel an künstlerischen und handwerklichen Geschick.