Kinetismus

Der Wiener “Kinetismus” ist eine österreichische Kunstströmung der 1920er Jahre, die sich in der Klasse des renommierten Pädagogen Franz Cižek an der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelte und ein Konglomerat aus kubistischen, konstruktivistischen und futuristischen Stilmitteln in sich vereint. Auffallend viele weibliche Vertreter, wie z.B. Gertrude Neuwirth, Elisabeth Karlinsky oder Marianne Ullmann prägten den Kinetismus. Als Hauptvertreterin ist Erika Giovanna Klien mit einem beachtlichen Œuvre hervorgegangen, das schon früh in internationalen Ausstellungen präsentiert wurde. Schauspielkunst und Tanz animierten Klien zur ihrem wichtigsten Zyklus über das “Kinetische Marionetten Theater”. Da sie auch sehr an Kunstvermittlung interessiert war, zog sie Ende der 1920er Jahre nach New York, um zu unterrichten, aber auch um dort ihre eigenen Werke und diejenigen ihrer Schüler der Öffentlichkeit näher zu bringen.

1. Erika Giovanna Klien, 1900-1957

Kinetisches Marionettentheater, 1926
Schwarze Kreide, Bleistift und Kohle auf Papier auf Karton, 62,5 x 90 cm
Betitelt, signiert und datiert unten rechts auf dem grauen Original-Untersatzkarton: MARIONETTEN-THEATER ERIKA GIOVANNA KLIEN 1926